September 22

Mein NeuroMandala der Lebendigkeit

Du selbst, wer sonst?, NeuroGraphik®

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Gestern Abend habe ich mit knapp 80 Menschen meinen neuen NeuroMandala QuickStart gezeichnet. Entstanden ist dabei mein NeuroMandala der Lebendigkeit. Wie immer in meinen Live-Zeichensessions habe ich selbst mitgezeichnet. Ich zeige nicht einfach, was zu tun ist, sondern gehe mit meinem eigenen Erleben in den Prozess. Ich weiß dabei genauso wenig wie alle anderen, was am Ende auf meinem Blatt entstehen wird. Und genau das war gestern besonders spannend.

Wir begannen mit der Frage, wie es gerade jetzt um unsere Lebendigkeit steht. Ohne darüber nachzudenken, wie sie sein sollte, ohne gleich etwas verändern zu wollen. Einfach wahrnehmen: Was ist da? Wie lebendig fühle ich mich? Wo kann ich das in meinem Körper spüren? Und was taucht auf, wenn ich mich überhaupt mit diesem Thema verbinde?

Diesen Ist-Zustand haben wir in einem ersten Ring gezeichnet. Als ich auf meinen schaute, empfand ich ihn als ziemlich fragmentiert. Da waren durchaus kräftige Farben, Rot, Gelb, Orange, Grün, Türkis, aber auch drei graue und zwei weiße Bereiche. Die einzelnen Flächen standen nebeneinander und für mich fehlte etwas Verbindendes. Aber genau das passte zu meinem momentanen Erleben. Lebendigkeit ist durchaus da, aber ich fühle mich gerade nicht immer wirklich mit ihr und auch nicht immer wirklich mit mir verbunden.

So begann mein NeuroMandala: mit Farbe, Grau, Weiß und dem Gefühl von Fragmentierung.

Von diesem Ist-Zustand aus gingen wir nach innen. Nicht, um zu analysieren, warum etwas so ist, wie es ist, sondern um uns an unsere Lebendigkeit zu erinnern. Wo habe ich mich schon einmal richtig lebendig gefühlt? Wie fühlt sich das an? Woher kenne ich dieses Gefühl? Bei mir entstanden im Zentrum beim Zeichnen kleine Formen, die ich spontan als Samen meiner Lebendigkeit bezeichnete. Und von dort begannen wir, diese Erfahrung wieder mit dem zu verbinden, was heute da ist.

Das finde ich im Nachhinein besonders spannend, wenn ich meinen ersten Ring und das fertige Bild nebeneinanderlege. Denn die Lebendigkeit war am Anfang schon da. Die Farben waren da. Aber gleichzeitig hat sich im Laufe des Zeichnens tatsächlich etwas verwandelt. Einige der grauen und weißen Bereiche bekamen Farbe, neue Farben entstanden durch das Mischen, Linien gingen Verbindungen ein und aus diesem kleinen, fragmentierten Ring entwickelte sich nach und nach ein großes Ganzes.

Wir gingen mit jedem weiteren Ring ein Stück weiter. Zuerst zu der Frage, wie sich Lebendigkeit im Körper anfühlt, dann dazu, wie sie sich in unserem Leben zeigen kann. Wie sieht mein Leben aus, wenn ich meine Lebendigkeit tatsächlich lebe? Wo gebe ich ihr Raum? Wo zeige ich mich? Wo gehe ich damit in Verbindung mit anderen Menschen? Und während ich diese Fragen stellte und knapp 80 Menschen gleichzeitig ihre ganz eigenen Antworten darauf zeichneten, wuchs auch mein eigenes NeuroMandala immer weiter nach außen.

Mein NeuroMandala der Lebendigkeit am Ende des Zeichenprozesses.

Am Ende lag dieses große, farbige Bild vor mir und ich mochte es sofort. Es fühlte sich vollkommen anders an als dieser erste Ring. Verbundener, weiter, lebendiger und gleichzeitig war da immer noch dieser weiße Bereich. Ich hatte ihn schon während des Zeichnens mehrfach wahrgenommen und überlegt, ob dort vielleicht doch noch Farbe hinwill. Aber irgendetwas in mir wollte ihn nicht verändern. Also blieb er weiß.

Und dann drehte ich das Bild um

Gegen Ende kam im Chat eine Frage dazu, ob man ein NeuroMandala beim Zeichnen eigentlich drehen könne. Während des Zeichnens drehen wir unsere Zeichnungen grundsätzlich nicht. Das gilt auch für das NeuroMandala. Für mich haben sie eine Ausrichtung und in dieser Ausrichtung zeichne ich sie auch zu Ende. Aber natürlich können wir danach schauen, ob sich das Bild vielleicht andersherum stimmiger anfühlt. Das habe ich direkt ausprobiert.

Und in dem Moment veränderte sich für mich die ganze Zeichnung. Der weiße Bereich, der vorher oben gewesen war, lag plötzlich unten. Und auf einmal war völlig klar: So herum gehört dieses Bild für mich. Das war kein langes Nachdenken und kein Interpretieren. Es war dieses unmittelbare Gefühl: Ja. Genau so stimmt es.

Dasselbe NeuroMandala um 180 Grad gedreht.

Plötzlich sah ich in diesem weißen und teilweise grauen Bereich meine Vergangenheit. Diesen traumatischen Kern, der für mich nicht wirklich greifbar ist. Vieles ist irgendwie grau und leer. Es gibt Dinge, die ich bis heute nicht wirklich fassen kann und vielleicht auch nie ganz fassen werde. Und genau dieser Bereich lag nun unten in meiner Zeichnung.

Aber er sah dort nicht aus wie ein Loch, das noch gefüllt werden müsste. Vielmehr hatte ich plötzlich den Eindruck, dass die ganze Lebendigkeit, all diese Farben, diese Linien, dieses große Ganze aus meiner Geschichte heraus gewachsen sind.

Das hat mich tief berührt.

Denn natürlich wünsche ich mir manchmal eine andere Vergangenheit. Eine Kindheit, in der vieles leichter gewesen wäre, in der ich mich sicherer und freier hätte entwickeln können. Gleichzeitig bin ich heute die Frau, die ich bin, mit all meiner Buntheit, meiner Kreativität, meiner Suche, meiner Tiefe und meiner Freude daran, immer wieder Neues zu entdecken und in die Welt zu bringen. Und auf einmal lag da dieses Bild vor mir, in dem beides gleichzeitig einen Platz hatte.

Das Weiß muss bleiben

Heute Morgen habe ich mein NeuroMandala wieder angeschaut und noch deutlicher gespürt: Dieser weiße Bereich muss weiß bleiben. Ich will ihn nicht nachträglich ausmalen, nicht schöner machen und auch nicht irgendwie an die übrige Farbigkeit anpassen. Er gehört genau so zu diesem Bild.

Und das bedeutet gleichzeitig nicht, dass in meinem NeuroMandala keine Wandlung stattgefunden hätte. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mir den ersten Ring anschaue, sehe ich sehr deutlich, wie viel sich verändert hat. Einiges davon hat sich während des Zeichnens verwandelt, hat Farbe bekommen, ist in Verbindung gegangen und Teil dieser großen Lebendigkeit geworden.

Nur dieses eine Weiß ist geblieben. Und trotzdem hat sich gerade dort etwas Wesentliches verändert: seine Bedeutung.

Gestern Abend habe ich während des QuickStarts darüber gesprochen, dass Heilung auch damit zu tun haben kann, die Bedeutung einer Erfahrung zu verändern. Heute Morgen ist mir aufgefallen, dass genau das in meinem eigenen NeuroMandala geschehen ist. Der weiße Bereich ist noch immer derselbe. Ich habe ihn nicht verändert. Aber das, was er für mich bedeutet, hat sich verändert.

Und vielleicht berührt mich das gerade deshalb so sehr. Veränderung muss offenbar nicht immer bedeuten, dass etwas verschwindet, aufgelöst oder durch etwas anderes ersetzt wird. Manchmal bleibt etwas, wie es ist, und bekommt in meinem heutigen Leben einen anderen Platz und eine andere Bedeutung.

Meine Vergangenheit wird dadurch keine andere. Aber meine Beziehung zu ihr kann sich verändern. Und meine Lebendigkeit braucht offenbar keine Vergangenheit, in der alles gut war.

Die kleine Doris darf lebendig sein

Ganz am Ende des NeuroMandalas können wir etwas fixieren, das für uns in diesem Prozess besonders wichtig geworden ist. Und bei mir war ziemlich schnell klar, was das sein würde: der innere Kreis. Die kleine Doris.

Die kleine Doris, die nicht so lebendig sein durfte, wie sie eigentlich war. Die quirlig war, kreativ, voller Ideen und Ausdruck und damit auch schnell zu viel sein konnte. Einfach „too much“. Meine Eltern konnten mit dieser Lebendigkeit nicht wirklich umgehen und so habe ich früh gelernt, Teile davon zurückzunehmen.

Und genau diese kleine Doris habe ich gestern in meinem NeuroMandala fixiert. Sie darf lebendig sein. Sie darf sich ausdrücken. Sie darf kreativ sein und all das machen, was aus ihr heraus entstehen möchte. Sie muss ihre Lebendigkeit nicht mehr begrenzen, weil sie für jemand anderen zu viel sein könnte.

Wenn ich heute auf mein NeuroMandala schaue, sehe ich diese kleine Doris mitten in all diesen Farben. Ich sehe gleichzeitig diesen weißen Bereich darunter und ich sehe, was daraus entstanden ist. Und genau das berührt mich. Es erzählt meine Geschichte, ohne dass ich sie erzählen wollte.

Und vielleicht ist genau das für mich gerade Lebendigkeit: mich nicht mehr zurücknehmen zu müssen, sondern immer mehr von dem leben zu dürfen, was längst in mir ist.

Du selbst, wer sonst?

Zeichne dein eigenes NeuroMandala der Lebendigkeit

Wenn du jetzt neugierig geworden bist und dein eigenes NeuroMandala der Lebendigkeit zeichnen möchtest, hol dir meinen NeuroMandala QuickStart für 0,- Euro. Dort begleite ich dich Schritt für Schritt durch den Zeichenprozess.

Zum NeuroMandala QuickStart

Über die Autorin

Dr. Doris Bürgel

Dr. Doris Bürgel begleitet Frauen auf dem Weg zurück zu sich selbst – in ihre Lebendigkeit, ihre innere Stärke und in ein Leben, das sich wirklich stimmig anfühlt.
Als Psychologin, Heilpraktikerin und NeuroGraphik®-Trainerin verbindet sie Tiefgang, Struktur und Intuition zu einem sicheren Raum für Heilung und Entwicklung.
In ihrer Arbeit öffnet sie Wege, alte Verletzungen zu transformieren und das eigene Leben bewusst, frei und selbstbestimmt zu gestalten.

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