April 1

Neuroplastizität & Heilung – warum Veränderung im Gehirn möglich wird

Nervensystem & Neurobiologie

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Verstehen allein reicht oft nicht

Es gehört zu den irritierendsten Erfahrungen überhaupt: Du verstehst etwas und es verändert sich nichts.
Du erkennst ein Muster, kannst es einordnen, vielleicht sogar genau beschreiben, wie es entstanden ist. Und trotzdem reagierst du weiter auf die gleiche Weise, erlebst in vergleichbaren Situationen wieder dasselbe, obwohl dir längst klar ist, was eigentlich anders sein könnte.

Das ist kein Zeichen von Schwäche oder fehlendem Willen. Es verweist auf etwas Grundlegenderes: Verstehen allein reicht nicht. Und das hat einen biologischen Grund.

Veränderung im Gehirn findet auf einer anderen Ebene statt als dem Denken. Einer Ebene, die wir mit Einsicht allein nicht erreichen. Genau darum geht es in diesem Artikel – nicht um Methoden, sondern um das Fundament darunter: unter welchen Bedingungen das Gehirn überhaupt fähig ist, sich wirklich neu zu organisieren.

Was Neuroplastizität wirklich bedeutet und was nicht

Neuroplastizität bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrung strukturell und funktional zu verändern (Kandel et al., 2013). Das klingt zunächst wie eine beruhigende Nachricht: Das Gehirn ist formbar, also ist Veränderung immer möglich. Genau so wird es im populären Diskurs meistens dargestellt. Aber diese Vereinfachung geht an der eigentlichen Frage vorbei.

Denn das Gehirn verändert sich ständig. Jede Wahrnehmung, jeder Gedanke, jede Wiederholung hinterlässt eine Spur. Die entscheidende Frage ist nicht, ob sich das Gehirn verändert, sondern wie tief diese Veränderung geht und ob sie jene Schicht erreicht, in der alte emotionale Muster wirklich organisiert sind.

Forscher unterscheiden grob zwischen synaptischer Plastizität – der Stärkung oder Schwächung bestehender Verbindungen zwischen Nervenzellen – und struktureller Plastizität, also der tiefergehenden Reorganisation neuronaler Netzwerke (Bhattacharya & Bhattacharya, 2015). Das Einprägen einer neuen Information verändert das Gehirn anders als die Umorganisation eines emotionalen Musters, das sich über Jahre verfestigt hat. Das ist keine akademische Unterscheidung. Sie erklärt, warum Menschen trotz intensiver Arbeit an sich manchmal feststecken – nicht weil sie falsch oder unzureichend sind, sondern weil die Veränderung schlicht nicht die Ebene erreicht hat, auf der das Muster gespeichert ist.

Wie Muster entstehen und warum sie bleiben

Donald Hebb beschrieb 1949 ein Prinzip, das seitdem zu einem der meistzitierten Sätze der Hirnforschung wurde: Nervenzellen, die wiederholt gemeinsam aktiv sind, neigen dazu, ihre Verbindungen zu stärken (Hebb, 1949). Vereinfacht kursiert das als: „Neurons that fire together, wire together."

Wenn bestimmte Erfahrungen, Reaktionen und Bedeutungen immer wieder gemeinsam auftreten – ein Gefühl zusammen mit einer Körperreaktion, einem Gedanken, einer Erwartung – verbinden sie sich zu einem stabilen Netzwerk. Mit der Zeit wird dieses Netzwerk so eingespielt, dass es sich fast automatisch aktiviert. Nicht weil wir es wollen, sondern weil es sich bewährt hat.

Das erklärt allerdings nur eine Richtung. Es erklärt, warum alte Muster so hartnäckig sind. Was es noch nicht beantwortet, ist die Frage, die eigentlich zählt: Unter welchen Bedingungen lassen sich solche Netzwerke wieder verändern?

Nicht jede Plastizität geht in die Tiefe

Die Botschaft des populären Neuroplastizitäts-Diskurses lautet oft: Denk anders, und dein Gehirn verdrahtet sich um. Wiederhole eine neue Gewohnheit oft genug, und das Alte verschwindet. Das klingt einleuchtend und ist doch unvollständig.

Das bewusste Ersetzen eines Gedankens durch einen anderen kann nützlich sein. Es verändert das Gehirn. Aber auf einer Ebene, die von den tieferen emotionalen Netzwerken oft schlicht nicht erreicht wird. Genau deshalb kennen so viele Menschen dieses Phänomen: zu wissen, wie es sein sollte und sich trotzdem genauso zu fühlen wie immer. Der Gedanke ist verändert, das Muster darunter nicht.

Gerd Kempermann beschreibt Neuroplastizität als eine wechselseitige Beziehung von Struktur und Funktion: Was wir erleben und tun, verändert die Struktur des Gehirns und diese veränderte Struktur beeinflusst wiederum, wie wir wahrnehmen, fühlen und handeln (Kempermann, 2012). Was dabei leicht übersehen wird: Wenn wir immer wieder dasselbe erleben, verfestigen wir vor allem das Bestehende. Das Gehirn ist plastisch, aber es ist nicht neutral. Es verstärkt, was bereits aktiv ist.

Tiefe Veränderung entsteht nicht durch Wiederholung des Gleichen in einer anderen Formulierung. Sie entsteht dort, wo etwas wirklich anders erlebt wird – nicht nur anders gedacht.

Elektronenmikroskopisches Foto von Nervenzellen

Nervenzellen

Was das Gehirn tatsächlich verändert

Wenn sich auf der Ebene tiefer emotionaler Muster etwas verschieben soll, braucht es bestimmte Bedingungen. Keine davon hat mit Anstrengung oder Disziplin zu tun.

Das Gehirn verändert sich nicht durch neutrale Information. Es verändert sich durch Erfahrung, die bedeutsam ist, die etwas auslöst, berührt, bewegt. Ohne Aktivierung jener Hirnregionen, die Emotion und Bedeutung verarbeiten, bleibt tiefe Plastizität aus (LeDoux, 2015). Was uns emotional kalt lässt, hinterlässt kaum eine Spur in den Schichten, in denen echte Veränderung stattfindet.

Aufmerksamkeit gehört dazu – ein ruhiges, gegenwärtiges Wahrnehmen dessen, was gerade ist. Michael Merzenich hat gezeigt, dass Neuroplastizität dann besonders ausgeprägt ist, wenn Aufmerksamkeit und emotionale Aktivierung zusammenwirken (Merzenich, 2013). Wer aufmerksam, aber emotional unbewegt ist, lernt auf einer anderen Ebene.

Und dann ist da der Körper. Das Nervensystem ist kein reines Gehirnphänomen. Körperwahrnehmung, das Spüren innerer Zustände, das vegetative Nervensystem – all das ist unmittelbar daran beteiligt, wie Erfahrung gespeichert wird (van der Kolk, 2014). Eine Veränderung, die sich nicht auch körperlich zeigt, ist oft noch nicht wirklich angekommen.

Was Stress mit Plastizität macht

Es gibt einen Zusammenhang, der im populären Neuroplastizitäts-Diskurs fast vollständig fehlt und der für viele, die diesen Artikel lesen, vielleicht der wichtigste ist.

Chronischer Stress kann die synaptische Plastizität reduzieren, vor allem im präfrontalen Kortex und im Hippocampus – genau jenen Bereichen, die für flexible Reaktionen und das Einordnen neuer Erfahrungen zuständig sind. Gleichzeitig steigt die Reaktivität der Amygdala, die Bedrohungen erkennt und Alarm schlägt (McEwen, 2007). Das Ergebnis ist ein Nervensystem, das stärker auf Bekanntes zurückgreift und neue Erfahrungen schwerer aufnehmen kann.

Das ist kein Versagen. Es ist die Logik eines Systems, das unter Dauerlast seinen Energieverbrauch optimiert.

Aber es erklärt, warum tiefe Veränderung für Menschen, die lange funktioniert, sich angepasst und dabei sich selbst zurückgestellt haben, oft besonders schwer zugänglich wird. Nicht weil sie nicht wollen. Nicht weil sie zu wenig arbeiten. Sondern weil ihr Nervensystem strukturell anders organisiert ist – weniger beweglich, weniger offen für das Neue. Bevor tiefe Plastizität möglich wird, braucht es oft zunächst etwas anderes: Entlastung, Regulierung, Sicherheit. Nicht als Vorbereitung auf die eigentliche Arbeit, sondern als Teil davon.

Die Bedingungen außerhalb des unmittelbaren Erlebens

Neben Stress wirken weitere Faktoren darauf ein, wie beweglich das Gehirn bleibt und ob neue Erfahrungen sich überhaupt verankern können. Neuroplastizität geschieht nicht im luftleeren Raum. Sie ist eingebettet in körperliche, zeitliche und soziale Bedingungen, die darüber mitentscheiden, ob Erfahrungen überhaupt aufgenommen und weiterverarbeitet werden können.

Ein zentraler Faktor ist der Schlaf. Erfahrungen werden nicht in dem Moment abgeschlossen, in dem wir sie machen. Erst im Schlaf werden sie weiterverarbeitet, neu eingeordnet und stabilisiert. Prozesse der Gedächtniskonsolidierung sorgen dafür, dass das, was wir erlebt haben, in bestehende Netzwerke eingebaut oder neu organisiert wird. Ohne ausreichenden Schlaf bleibt vieles fragmentiert. Das Gehirn nimmt auf, aber es ordnet nicht zu Ende.

Auch Bewegung wirkt auf diese Prozesse zurück. Sie verändert nicht nur den Körper, sondern auch die Bedingungen im Gehirn, unter denen Lernen und Umlernen stattfinden können. Körperliche Aktivität beeinflusst Durchblutung, neurochemische Prozesse und die generelle Lernbereitschaft des Systems. Sie schafft gewissermaßen eine Umgebung, in der Veränderung leichter stattfinden kann, ohne selbst die Veränderung zu sein.

Ein dritter Faktor ist die Qualität der Umgebung, in der wir leben. Das Gehirn reagiert nicht nur auf innere Zustände, sondern auch auf das, was uns umgibt. Soziale Beziehungen, Sicherheit im Kontakt, aber auch Reize, Anforderungen und Möglichkeiten in der Umwelt beeinflussen, ob neue Erfahrungen überhaupt zugelassen oder sofort wieder abgewehrt werden. Eine Umgebung, die Sicherheit vermittelt und zugleich Anregung bietet, unterstützt die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu organisieren. Eine Umgebung, die dauerhaft überfordert oder verengt, wirkt in die entgegengesetzte Richtung.

Neuroplastizität ist damit kein isolierter Vorgang im Gehirn, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs. Sie entsteht im Zusammenspiel von Erfahrung, Körperzustand und Umwelt. Und genau dieses Zusammenspiel entscheidet darüber, ob Veränderung möglich wird – oder ausbleibt.

Das Gehirn als Vorhersagesystem

Das Gehirn ist kein passiver Empfänger von Erfahrungen. In der Forschung wird es häufig als ein System beschrieben, das ständig vorhersagt, was als nächstes geschieht. Es antizipiert, was kommt, und gleicht neue Wahrnehmungen mit gespeicherten Erwartungen ab (Clark, 2016; Friston, 2010). Was bekannt ist, wird bevorzugt bestätigt. Neue Erfahrungen werden oft so interpretiert, dass sie ins alte Schema passen, selbst wenn sie eigentlich widersprechen.

Das ist Effizienz, keine Sturheit. Aber es erklärt, warum neue Erfahrungen allein nicht ausreichen. Sie müssen eine bestimmte Qualität haben, damit das Gehirn sie nicht einfach einsortiert, damit sie wirklich als anders registriert werden.

Gerald Hüther beschreibt das Gehirn als ein System, das sich vor allem dann neu organisiert, wenn etwas Unerwartetes passiert, wenn eine Erfahrung so beschaffen ist, dass sie sich nicht in das Bekannte einordnen lässt (Hüther, 2019). In solchen Momenten, in denen etwas Altes nicht mehr passt und etwas Neues noch nicht greift, entsteht die Möglichkeit echter Neuordnung. Das Gehirn wird kurz beweglich.

Ein kurzer Blick auf die Neurogenese und eine ehrliche Einschränkung

Seit Jahren kursiert die Vorstellung, dass das erwachsene Gehirn nicht nur bestehende Verbindungen verändern, sondern auch neue Nervenzellen bilden kann – vor allem im Hippocampus. Diese sogenannte adulte Neurogenese wurde lange als gesichert betrachtet.

Was viele nicht wissen: Die Forschung ist hier gerade in Bewegung. Eine Studie von Sorrells und Kollegen aus 2018 fand kaum Belege für Neurogenese im erwachsenen menschlichen Hippocampus (Sorrells et al., 2018). Andere Forschungsgruppen, darunter Boldrini und Kollegen, kommen zu anderen Ergebnissen (Boldrini et al., 2018). Die Frage ist nicht abgeschlossen.

Was bleibt: Wir wissen nicht mit Sicherheit, in welchem Ausmaß das beim Menschen stattfindet. Was wir sehr gut wissen: Das Gehirn verändert sich durch Erfahrung auf der Ebene synaptischer Verbindungen und das ist bereits außerordentlich wirkmächtig. Tiefe Plastizität braucht keine neuen Nervenzellen, um real zu sein.

Warum das Gehirn nicht einfach gehorcht

Das Gehirn folgt keiner Anweisung von außen. Es folgt der Erfahrung. Es verändert sich in die Tiefe besonders dann, wenn diese Erfahrung bedeutsam, körperlich präsent und emotional lebendig ist und wenn sie sich vom Bekannten so deutlich unterscheidet, dass das alte Muster nicht einfach weiterlaufen kann.

Es gibt Momente, in denen das Gehirn vorübergehend empfänglicher wird für echte Neuordnung. Momente, in denen ein altes Muster aktiviert ist und gleichzeitig etwas Neues, Widersprüchliches erlebt wird. In diesen Momenten öffnet sich gewissermaßen ein Fenster. Was genau dann möglich wird, und warum es sich nicht erzwingen lässt, ist eine eigene, faszinierende Frage, der ich in anderen Artikeln auf diesem Blog nachgehe, z.B. in dem Artikel "Die neurobiologische Grundlage von Heilung".

Was das für Heilung bedeutet

Was Neuroplastizität wirklich verspricht, ist kein unbegrenztes Potenzial auf Abruf. Es ist etwas Bescheideneres und zugleich Tieferes: dass Veränderung möglich ist, wenn die Bedingungen dafür stimmen. Und dass diese Bedingungen nicht im Kopf beginnen.

Sie beginnt in der Erfahrung. In dem, was wirklich erlebt, gespürt und als bedeutsam verarbeitet wird. Sie braucht ein Nervensystem, das nicht unter Dauerbelastung steht. Sie braucht Aufmerksamkeit, emotionale Bewegung und etwas, das sich vom Gewohnten wirklich unterscheidet.

Es geht weniger darum, etwas gezielt zu verändern oder zu „bearbeiten". Mehr darum, in Kontakt zu kommen mit dem eigenen Erleben. Was wir wahrnehmen, wie wir spüren, was innerlich Bedeutung bekommt. Das wirkt zusammen und schafft die Bedingungen, unter denen sich etwas neu ordnen kann.

Das Gehirn ist beweglich. Nicht beliebig, nicht auf Knopfdruck – aber beweglich. Und das ist, wenn man es wirklich versteht, keine Selbstverständlichkeit.

Literatur

Bhattacharya, S., & Bhattacharya, A. (2015). Synaptic plasticity: Emerging concepts from the computational, molecular, and morphological perspectives. Frontiers in Synaptic Neuroscience, 7, 5.

Boldrini, M., Fulmore, C. A., Tartt, A. N., Simeon, L. R., Pavlova, I., Poposka, V., Rosoklija, G. B., Stankov, A., Arango, V., Dwork, A. J., Hen, R., & Mann, J. J. (2018). Human hippocampal neurogenesis persists throughout aging. Cell Stem Cell, 22(4), 589–599.

Clark, A. (2016). Surfing uncertainty: Prediction, action, and the embodied mind. Oxford University Press.

Friston, K. (2010). The free-energy principle: A unified brain theory? Nature Reviews Neuroscience, 11(2), 127–138.

Hebb, D. O. (1949). The organization of behavior: A neuropsychological theory. Wiley.

Hüther, G. (2019). Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher. S. Fischer.

Kandel, E. R., Schwartz, J. H., Jessell, T. M., Siegelbaum, S. A., & Hudspeth, A. J. (2013). Principles of neural science (5th ed.). McGraw-Hill.

Kempermann, G. (2012). Neue Nervenzellen für das Gehirn: Die Entdeckung der Neurogenese. Spektrum Akademischer Verlag.

LeDoux, J. (2015). Anxious: Using the brain to understand and treat fear and anxiety. Viking.

McEwen, B. S. (2007). Physiology and neurobiology of stress and adaptation: Central role of the brain. Physiological Reviews, 87(3), 873–904.

Merzenich, M. (2013). Soft-wired: How the new science of brain plasticity can change your life. Parnassus Publishing.

Sorrells, S. F., Paredes, M. F., Cebrian-Silla, A., Sandoval, K., Qi, D., Kelley, K. W., James, D., Mayer, S., Chang, J., Auguste, K. I., Chang, E. F., Gutierrez, A. J., Kriegstein, A. R., Bhardwaj, R. D., Alvarez-Buylla, A., & Bhardwaj, R. D. (2018). Human hippocampal neurogenesis drops sharply in children to undetectable levels in adults. Nature, 555(7696), 377–381.

van der Kolk, B. A. (2014). The body keeps the score: Brain, mind, and body in the healing of trauma. Viking.


Über die Autorin

Dr. Doris Bürgel

Dr. Doris Bürgel begleitet Frauen auf dem Weg zurück zu sich selbst – in ihre Lebendigkeit, ihre innere Stärke und in ein Leben, das sich wirklich stimmig anfühlt.
Als Psychologin, Heilpraktikerin und NeuroGraphik®-Trainerin verbindet sie Tiefgang, Struktur und Intuition zu einem sicheren Raum für Heilung und Entwicklung.
In ihrer Arbeit öffnet sie Wege, alte Verletzungen zu transformieren und das eigene Leben bewusst, frei und selbstbestimmt zu gestalten.

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  1. Liebe Doris
    Allerherzlichsten Dank für deine tollen Blogartikel. Woche für Woche bin ich tiefberührt von deinen Worten. So tief, dass mir oft die Worte fehlen, um auszudrücken, was in mir geschieht. Ich fühle mich gesehen bis in mein Innerstes und verstehe nun, weshalb sooo viele Versuche mein Nervensystem zu stabilisieren, meine Wünsche in die Taten umzusetzten, mein Bemühen Stabilität in mein Leben zu bringen Jahre lang nicht gefruchtet haben. So oft habe ich mich falsch gefühlt, an mir gezweifelt, mich verurteilt für mein Unvermögen. Und fast genauso oft gehört, du musst dir halt noch mehr Mühe geben, disziplinierter sein, dein Mindset ändern, … damit es klappt.
    Und immer war da eine leise Stimme in mir, die gesagt hat, dass ich weitergehen soll, dass etwas noch nicht passt.
    Im Rückblick erkenne ich, dass die Neurographik und die SE-Sitzungen eine Wende eingeleitet haben und sich etwas tiefgreifendes verändert hat und hoffentlich weiter verändern wird. Meine Ressourcen wurden genährt, mein Körperempfindungen ernst genommen. Heute bin ich im Stande, neue Erfahrungen zu machen und diese auch zu integrieren.
    Deine wunderbaren Texte beschreiben und erklären meine Erfahrungen und tun mir eifach gut. Danke für dein grosszügiges Teilen.
    Herzliche Grüsse
    Monika

    1. Liebe Monika,
      danke dir von Herzen für deine Worte. Es berührt mich sehr zu lesen, wie tief dich die Texte erreichen und was sie in dir auslösen.
      Besonders das, was du über deinen Weg schreibst, ist so wichtig. Dieses Gefühl, es immer wieder zu versuchen, sich anzustrengen, sich zu hinterfragen und gleichzeitig zu spüren, dass etwas daran nicht stimmt. Dass es nicht an fehlendem Willen liegt, sondern an etwas Grundlegenderem.
      Dass du heute beschreibst, dass du neue Erfahrungen machen kannst und sie auch wirklich bei dir ankommen, zeigt, dass sich genau auf dieser Ebene etwas verändert hat. Nicht im Sinne von „noch mehr tun“, sondern im Sinne von einem anderen inneren Zustand, aus dem heraus etwas Neues überhaupt möglich wird.
      Und ja, oft beginnt dieser Weg genau dort, wo Körperempfindungen wieder ernst genommen werden und Ressourcen nicht nur gedacht, sondern tatsächlich erlebt werden.
      Danke dir, dass du das hier teilst. Das macht auch für andere sichtbar, was oft so schwer in Worte zu fassen ist.
      Herzliche Grüße
      Doris

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Dr. Doris Bürgel - Du selbst, wer sonst?