April 30

Was ein Wal uns über Menschlichkeit lehrt – psychologisch betrachtet

Du selbst, wer sonst?

28  KOMMENTARE

Etwa dreißig Tage lang lag dieser Wal auf der Sandbank. Man hatte ihn befreit, er strandete wieder. Als wäre er in etwas gefangen, das sich nicht einfach lösen ließ.

Irgendwann kam das Gutachten. Von Wissenschaftlern, die von außen schauten, die Lage einschätzten und ein Ergebnis formulierten, das klar klang: keine Überlebenschance. Man solle ihn würdevoll sterben lassen.

Dieses Wort hat mich nicht losgelassen. Würdevoll sterben lassen. Als wäre das eine Fürsorge. Als wäre es Respekt, ihn dort liegen zu lassen, bis er verendet.

Ich nenne es anders. Würde bedeutet, gesehen zu werden. Begleitet zu werden. Nicht allein zu sterben. Was das Gutachten als Würde beschrieb, war das Gegenteil davon: eine saubere Begründung, nichts zu tun.

Was mich daran nicht loslässt, ist nicht die Möglichkeit, dass Menschen sich irren. Das gehört dazu. Was mich berührt, ist etwas anderes. Sie sind mit dem Boot um ihn herumgefahren, haben ihn dort liegen gesehen und ihm jede wirkliche Hilfe verweigert. Kein Schutz vor der Sonne, kein Schutz vor den Möwen. Ein bisschen Wasser. Das war alles. Und das nannten sie würdevoll sterben lassen. Auf einer Sandbank verenden – das und Würde, das passt nicht zusammen.

Wenn eine Chance reicht

Ein paar Menschen haben das nicht akzeptiert.

Walter Gunz und Karin Walter-Mommert haben eine Initiative gestartet. Ihr Ausgangspunkt war kein optimistisches Gegengutachten, keine Erfolgsgarantie. Ihr Ausgangspunkt war ein Satz: „Wenn es eine Chance gibt, dann nutzen wir sie."

Das klingt einfach. Es war es nicht. Fünfzig Menschen wurden zusammengebracht, unterschiedlich, eigenwillig, mit ganz verschiedenen Hintergründen. Enorme finanzielle Mittel flossen ein. Und dann taten diese Menschen etwas, das von keinem Expertenrat empfohlen worden war: Sie gingen ins Wasser. Mit dem Wal. Sie blieben bei ihm, Tag für Tag, berührten ihn, ließen ihn nicht allein.

Das war kein Projekt. Das war Beziehung.

Gunz hat später erzählt, was er sich in diesen Tagen gedacht hat. Selbst wenn der Wal auf dem Weg versterben würde – es wäre ihm so viel Liebe und Zuwendung zuteil geworden. Und dann stellt er eine Frage, die mich sehr berührt hat: „Welcher Mensch hat in seinen letzten Stunden schon so eine großartige liebende Zuwendung?"

Er wurde ein letztes Mal von der Sandbank befreit, mit großem Kraftaufwand gedreht. Und dann – ohne Gurte, ohne dass jemand ihn zog oder führte – schwamm er. Die letzten hundert Meter, aus eigener Kraft, in das schwimmende Becken hinein, das für ihn vorbereitet worden war.

Er ist einfach hineingeschwommen.

Alle haben geweint in diesem Moment. Auch die gestandenen Männer. Weil dieser Wal nicht gezwungen wurde, nicht gelockt, nicht gedrängt. Weil er Vertrauen gefasst hatte. Weil er verstanden hatte, wohin er schwimmen sollte. Und es getan hat, aus freien Stücken.

Dafür gibt es eine biologische Erklärung. Eine, die diesem Moment nichts nimmt.

Was im Nervensystem geschieht

Stephen Porges, der Begründer der Polyvagal-Theorie, beschreibt, wie das Nervensystem von Säugetieren auf Sicherheit und Gefahr reagiert. Nicht durch bewusste Entscheidung, sondern durch das, was er Neurozeption nennt: eine unwillkürliche, subkortikale Wahrnehmung, die das System in jedem Moment einschätzt, ob Verbindung möglich ist oder Rückzug notwendig. Wenn diese Einschätzung Sicherheit ergibt, öffnet sich etwas. Wenn nicht, schließt es sich oder erstarrt.

Als der Wal seine Flosse hob, weil jemand ihn streichelte. Als er stiller wurde, wenn die Menschen fort waren, und sich wieder bewegte, wenn sie zurückkamen. Das war kein Zufall. Das war ein Nervensystem, das auf sichere Verbindung antwortete. Nicht weil jemand die richtige Technik angewendet hatte, sondern weil geduldige, konsistente Präsenz das tut, was sie immer tut: sie signalisiert dem anderen Nervensystem, dass hier kein Angriff droht. Dass Öffnung möglich ist.

Ko-Regulation nennt Porges dieses Phänomen. Ein Nervensystem stabilisiert sich durch den Kontakt mit einem anderen, das ruhig und verlässlich bleibt. Es ist die biologische Grundlage jedes echten Beziehungsgeschehens und hier zeigte es sich, über die Grenze der Spezies hinaus.

Und ich merke, wie unmittelbar ich das verstehe. Weil in diesem Moment etwas sichtbar wird, das sich nicht mehr nur erklären lässt. Ein Tier, das Vertrauen fasst. Menschen, die bleiben. Und etwas, das sich zwischen ihnen aufbaut und verbindet, ohne dass man es greifen kann.

Die Grenze der reinen Einordnung

Das hat nichts mit einem einfachen Gegenüber von richtig und falsch zu tun. Und auch nicht mit einem „gegen die Wissenschaft". Aber es zeigt eine Grenze, die wir oft übersehen. Die Grenze dessen, was entsteht, wenn wir ausschließlich von außen beurteilen.

Daniel Kahneman beschreibt zwei Denksysteme, die in uns arbeiten. System 1 ist schnell, automatisch, mustergeleitet. Es urteilt in Sekunden, ohne dass wir es bewusst steuern. System 2 ist langsamer, prüfender, bereit, die erste Einschätzung zu hinterfragen. Das Problem entsteht nicht, wenn System 1 ein Urteil bildet, das tun wir alle, ständig. Das Problem entsteht, wenn dieses Urteil zur Gewissheit wird, bevor System 2 überhaupt anfangen durfte zu fragen. Die Experten sahen ein Muster: gestrandeter Wal, Wiederholung, Erschöpfung. Ihr System 1 sagte: er stirbt. Und damit war die Sache innerlich abgeschlossen. Was fehlte, war die Bereitschaft, näherzugehen, wirklich hinzuschauen und die eigene Einschätzung der Wirklichkeit auszusetzen.

Denn das, was hier den Unterschied gemacht hat, war nicht nur Wissen. Es war etwas, das sich nicht in Zahlen oder Prognosen fassen lässt. Es war Beziehung.

Erich Fromm beschreibt zwei grundlegende Weisen, in der Welt zu sein. Im Modus des Habens versuchen wir, die Welt zu erfassen, zu ordnen, festzulegen. Wir suchen Sicherheit, Klarheit, Kontrolle. Im Modus des Seins geschieht etwas anderes. Hier geht es um Begegnung, um unmittelbares Erleben, um das, was entsteht, wenn wir uns wirklich einlassen und nicht nur betrachten.

Was Porges aus neurobiologischer Perspektive beschreibt, ist dieselbe Unterscheidung in einer anderen Sprache: Der Modus des Seins ist genau jener Zustand, in dem das Nervensystem offen genug ist, um Verbindung zuzulassen. Einordnen hält uns auf Abstand. Begegnung kostet etwas.

Viktor Frankl würde sagen, dass genau hier etwas zutiefst Menschliches sichtbar wird. Der Mensch ist nicht nur ein Wesen, das reagiert. Er ist ein Wesen, das sich zu dem, was geschieht, in Beziehung setzen kann. Das entscheidet, wie es einer Situation begegnet.

Und diese Entscheidung zeigt sich nicht in großen Worten. Sie zeigt sich darin, ob wir bleiben oder gehen.

Wenn etwas in uns nicht gesehen wird

Ich merke, dass mich diese Geschichte nicht nur auf einer gedanklichen Ebene berührt. Sie geht tiefer.

Ich kenne dieses Gefühl, dass etwas in mir da ist, klar, spürbar, nicht zu verwechseln, und dass es das Außen nicht erreicht. Dass darüber hinweggegangen wird, dass erklärt wird, was angeblich ist, während das, was ich selbst wahrnehme, keinen Platz bekommt.

Und mit der Zeit geschieht etwas, das kaum auffällt und gerade deshalb so wirksam ist. Es wird leiser in einem selbst. Dabei verschwindet es nicht, sondern findet keinen Ort mehr, an dem es gehört wird. Dieses Nicht-wirklich-gesehen-Werden, dieses subtile Übergehen dessen, was innerlich so eindeutig ist, hinterlässt Spuren.

Carl Rogers, einer der einflussreichsten Psychologen des 20. Jahrhunderts, beschrieb das bedingungslose positive Gesehen-Werden als eine der Kernbedingungen für echte Veränderung. Er nannte es „unconditional positive regard“, ein Gesehen-Werden ohne Agenda, ohne Bewertung, ohne den Versuch, jemanden in eine bestimmte Richtung zu bringen. Was die Menschen im Wasser mit dem Wal getan haben, war genau das. Sie waren nicht dort, um etwas zu beweisen oder einen Erfolg zu produzieren. Sie waren einfach da. Dieses Erfahren von echtem Gesehen-Werden – in der psychologischen Forschung manchmal „Witnessing“ genannt – gilt als eine der tiefgreifendsten Erfahrungen, die ein Lebewesen machen kann. Nicht weil sie Probleme löst, sondern weil sie etwas Grundlegendes berührt: die Erfahrung, in der eigenen Existenz anerkannt zu werden.

Ich glaube, das ist ein Grund, warum so viele Menschen diese Geschichte verfolgt haben. Sie konnten kaum erklären, warum es sie so berührt. Der Wal auf der Sandbank war nicht nur ein Tier. Er war ein Spiegel für etwas, das viele aus eigenem Erleben kennen: da zu sein und trotzdem nicht wirklich gesehen zu werden. Eingeordnet zu werden, statt berührt zu werden.

Vielleicht berührt mich diese Geschichte deshalb so sehr. Weil sie genau an diesen Punkt geht. An die Frage, was geschieht, wenn das, was da ist, nicht nur betrachtet, sondern wirklich wahrgenommen und in Beziehung gegangen wird.

Was täglich mit uns gemacht wird

Und gleichzeitig frage ich mich, was mit uns passiert, wenn das die Ausnahme bleibt.

Wenn ich mir anschaue, womit wir täglich konfrontiert sind: Krieg, Kriminalität, Krisen, Katastrophen. Was dabei kaum diskutiert wird: Das ist nicht nur ein inhaltliches Problem. Es ist ein neurobiologisches. Ein Nervensystem, das dauerhaft in Alarmbereitschaft gehalten wird, beginnt sich schrittweise von dem zurückzuziehen, was Porges den sozialen Einbindungsmodus nennt, jener Zustand, in dem echte Begegnung, Mitgefühl und Verbindung überhaupt erst möglich werden. Wir werden nicht aus schlechtem Willen gleichgültiger. Wir werden es, weil ein System, das zu lange auf Gefahr geeicht wurde, Verbindung irgendwann als Risiko bewertet.

Das zeigt sich im Kleinen: das Gefühl, sich nicht mehr wirklich berühren zu lassen. Die Erschöpfung, die sich als Gleichgültigkeit tarnt. Der Zynismus, der als Realismus verkauft wird. Und im Größeren: eine Gesellschaft, die immer besser darin wird, zu kommentieren, einzuordnen und zu urteilen und immer schwerer darin, einfach zu bleiben.

Dass diese Rettungsaktion in manchen Medien als Überreaktion beschrieben wurde, als hätten die Menschen den Kompass verloren – das lese ich genau anders herum. Ich glaube, dass hier etwas sichtbar geworden ist, das die ganze Zeit da war, nur keinen Anlass hatte, sich zu melden. Die Sehnsucht nach einer Geschichte, in der Verbindung etwas bewirkt. In der es keinen Zynismus braucht, um klar zu sehen. In der das Herz nicht als Schwäche gilt, sondern als Orientierung.

Millionen Menschen haben mitgefiebert. Nicht weil sie die Lage der Welt vergessen hätten. Sondern vielleicht gerade weil sie sie kennen.

Was diese Geschichte sichtbar macht

Was mich an dieser Geschichte bewegt, ist nicht, dass sie gut ausgegangen ist. Vielleicht geht sie gar nicht gut aus. Vielleicht stirbt der Wal im Atlantik, und die Wissenschaftler behalten am Ende recht. Das ist möglich. Und es wäre trotzdem kein Argument gegen das, was hier geschehen ist.

Denn darum geht es mir nicht. Es geht mir um den Prozess. Um das, was diese Menschen getan haben, ohne zu wissen, wie es endet. Etwas zutiefst Menschliches ist hier sichtbar geworden und das berührt mich, unabhängig vom Ausgang.

Es ist die Erfahrung, dass sich etwas verändert, wenn Menschen sich nicht zurückziehen. Wenn sie nicht bei der Einordnung stehen bleiben, sondern sich einlassen, sich berühren lassen und bereit sind, die Unsicherheit auszuhalten, die damit verbunden ist.

Würde ist nicht, jemanden würdevoll sterben zu lassen. Würde ist, bei jemandem zu sein. Auch wenn man nicht weiß, ob es hilft. Auch wenn es Mühe kostet. Auch wenn man damit falsch liegt.

Vielleicht ist genau das der Punkt, der in dieser Geschichte sichtbar wird. Nicht, dass uns die Menschlichkeit verloren gegangen ist, sondern dass wir ihr oft nicht mehr folgen, wenn sie uns aus der Sicherheit herausführt. Wenn sie keine Garantie mitbringt, sondern nur die Einladung, trotzdem zu handeln.

Das Menschlichste, was wir tun können, ist vielleicht genau das: wirklich in Beziehung zu gehen. Hinzugehen. Sich berühren zu lassen und zu bleiben.


Literatur:

Frankl, V. E. (1959). Man's search for meaning. Beacon Press. (Deutsche Ausgabe: ...trotzdem Ja zum Leben sagen, 1946, Kösel.)

Fromm, E. (1976). Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Deutsche Verlags-Anstalt. (Englische Ausgabe: To have or to be? Harper & Row.)

Kahneman, D. (2011). Thinking, fast and slow. Farrar, Straus and Giroux. (Deutsche Ausgabe: Schnelles Denken, langsames Denken, 2012, Siedler.)

Porges, S. W. (2011). The polyvagal theory: Neurophysiological foundations of emotions, attachment, communication, and self-regulation. W. W. Norton.

Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of Consulting Psychology, 21(2), 95–103.

Rogers, C. R. (1961). On becoming a person: A therapist's view of psychotherapy. Houghton Mifflin.



Über die Autorin

Dr. Doris Bürgel

Dr. Doris Bürgel begleitet Frauen auf dem Weg zurück zu sich selbst – in ihre Lebendigkeit, ihre innere Stärke und in ein Leben, das sich wirklich stimmig anfühlt.
Als Psychologin, Heilpraktikerin und NeuroGraphik®-Trainerin verbindet sie Tiefgang, Struktur und Intuition zu einem sicheren Raum für Heilung und Entwicklung.
In ihrer Arbeit öffnet sie Wege, alte Verletzungen zu transformieren und das eigene Leben bewusst, frei und selbstbestimmt zu gestalten.

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  1. Liebe Doris,
    vielen Dank für diesen Artikel…hat mich mit einem meiner tiefsten Themen in Berührung gebracht…gesehen werden…berührt werden.
    Auch ich habe mit angehaltenem Atem die Geschehnisse um Timmy verfolgt…und wenn er sterben sollte…hat er doch viele Menschen zum Nachsinnen gebracht.

    liebe Grüße
    Petra

    1. Liebe Petra,
      danke dir von Herzen für deine Worte. Es berührt mich, dass dich der Artikel mit diesem tiefen Thema in dir in Kontakt gebracht hat.
      Ja, dieses Gesehen-werden und Berührt-werden geht so tief.
      Liebe Grüße
      Doris

  2. Liebe Doris,
    du hast so gute und kluge Worte gefunden um das Tiefste zu beschreiben.
    Auch tiefstes Erleben in meiner Vergangenheit ist mit dem Lesen deiner Beschreibung in mein Alltags Bewusstsein nach oben gestiegen und wollte angeschaut werden. Stationen in meinem Leben wo ich entscheiden musste, ob ich den Weg meines Herzens gehe oder mich abwende und dann meine Hände in "Unschuld" rein wasche. Ich war 24 Jahre jung, als ich zum ersten Mal vor einer so großen Entscheidung und Verantwortung stand. Bis heute bin ich froh, mich für den Weg meines Herzens und damit auch für den Frieden und das Eins sein in mir entschieden zu haben……
    Mein großes Danke für dich, dein Verstehen und das du uns mitnimmst………

    1. Liebe Rita,
      danke dir von Herzen für deine offenen Worte. Es berührt mich sehr, was du aus deinem Leben teilst.
      Vor solchen Entscheidungen zu stehen und dann den Weg des eigenen Herzens zu gehen, braucht viel Klarheit und Mut. Wie schön, dass du diesen Schritt für dich gegangen bist und heute so darauf schauen kannst.
      Danke dir für dein Vertrauen.
      Herzliche Grüße
      Doris

  3. Mich hat der Wal in der Ostsee auch sehr beschäftigt. Besonders als beschlossen wurde, ihn sterben zu lassen, hat mich das sehr mitgenommen. Und was war ich froh, als die Rettungsaktion los ging. Mit täglich widersprüchlichen Botschaften. Und dem Zank im Walteam. Ich habe versucht, dem nicht zu sehr zu folgen. Man selbst kann nichts tun und muss aushalten, was passiert. Nun freue ich mich sehr, dass der Wal in Richtung Atlantik unterwegs ist. Und was mich besonders freut, dass er zu den Tieren gehört, die eine gute Erfahrung mit uns Menschen gemacht haben. Er hat aus meiner Sicht sehr wohl verstanden, dass man ihm helfen will. Und das trägt er nun vielleicht hinaus zu anderen Meereswesen. Vielleicht teilt sich unseren Mitgeschöpfen so mit, dass wir nicht nur zerstören, sondern auch helfen können.

    1. Liebe Uta,
      danke dir für deine Gedanken. Ich kann gut nachvollziehen, wie sehr dich das bewegt hat. Gerade dieses Hin und Her, das Aushalten und Nicht-eingreifen-Können.
      Und ja, dieser Gedanke, dass der Wal eine gute Erfahrung mit Menschen gemacht haben könnte, berührt auch mich. Da liegt etwas Verbindendes drin, das über das Sichtbare hinausgeht.
      Danke dir fürs Teilen.
      Herzliche Grüße
      Doris

  4. wow, genau das habe ich im Traumaseminar vor kurzem erfahren. So wunderbar geschrieben. Das ist es wonach wir uns sehnen. Verbindung und die Gewissheit sein zu dürfen. Lieben Dank

    1. Liebe Manuela,
      danke dir von Herzen für deine Worte. Es freut mich sehr, dass du das für dich so wiedererkennst.
      Ja, genau darum geht es: Verbindung und die Gewissheit, sein zu dürfen.
      Herzliche Grüße
      Doris

  5. Oh vielen Dank Doris. Dein Bericht über den Wal hat mich sehr berührt. Meine Tränen flossen wie ein Regenguss. Du hast es wirklich auf den Punkt gebracht. Gesehen werden. Füreinander, miteinander.

    1. Liebe Lorena,
      danke dir von Herzen für deine Worte. Es berührt mich sehr, dass dich der Artikel so bewegt hat.
      Ja, dieses Gesehen-werden und das Miteinander geht so tief.
      Herzliche Grüße
      Doris

  6. Dieser Beitrag hat mich zutiefst berührt, er spricht mir aus dem Herzen. Er macht mir so vieles, was ich zwar weiß, dass aber verschüttet ist und Angst, Sorge aber auch Wut und Ärger, wieder bewusst. Es fühlt sich an, als ob dieser Beitrag extra für mich geschrieben wurde damit ich mich wieder an mich selbst erinnere, wer ich eigentlich bin. Vielen Dank dafür.

    1. Liebe Margret,
      deine Worte berühren mich sehr – danke dir dafür.
      Wie schön, dass der Artikel dich wieder ein Stück näher zu dir selbst geführt hat und etwas in dir wachgerufen hat.
      Herzliche Grüße
      Doris

  7. liebe Doris, danke für deinen wunderbaren Artikel! Er macht so deutlich, wie wir verbunden sind mit Allem und wie wir mutig bleiben können indem wie uns verbinden mit uns selbst und allen Wesen! Danke von Herzen und liebe Grüße
    Monika

    1. Liebe Monika,
      danke dir von Herzen für deine Worte. Es freut mich sehr, dass dich der Artikel so erreicht hat und für dich diese Verbundenheit spürbar wird.
      Wie schön, dass du daraus auch Mut für dich mitnehmen kannst.
      Liebe Grüße
      Doris

  8. Liebe Doris,

    Dein Artikel berührt mich sehr. Deine Unterscheidung zwischen würdevoll sterben als Begründung, um nichts zu tun und der würdevollen Fürsorge als Begleitung die berührt, nicht allein lässt, in Beziehung tritt durch Spüren, was jetzt hilfreich ist und es auch tut. Dieses Thema hat mich beruflich und vor allem in der Sterbebegleitung meiner Mutter und Schwester bewegt, herausgefordert und handeln lassen, so wie ich es im Augenblick für richtig hielt und es auch umgesetzt habe. Und genau davon sprichst Du: Das eine ist die wissenschaftliche Bewertung, das andere ist die Sprache des Herzens, des Mitgefühls, der wir folgen sollten. Danke für Deine wunderbare und klare Herausarbeitung dieser Unterschiede zwischen Einordnung einer Situation, die von außen betrachtet wird, und dem Prozess der Beziehung, in den ich mich einlasse und nicht zurückziehe.

    Liebe Grüße
    Ute

    1. Liebe Ute,
      danke dir von Herzen für deine offenen Worte. Es berührt mich sehr, was du aus deiner Begleitung deiner Mutter und Schwester teilst.
      Genau diese Unterscheidung, die du beschreibst, ist mir wichtig: das Einordnen von außen und das Dasein im Kontakt, im Spüren, im Handeln aus dem Moment heraus.
      Wie du diesen Weg gegangen bist, mit allem, was darin liegt, hat eine große Würde.
      Danke dir für dein Teilen.
      Liebe Grüße
      Doris

  9. Liebe Doris, der Artikel hat mich zu Tränen gerührt und trifft mich ganz tief. Ich kenne dieses Gefühl nicht gesehen zu werden sehr gut und hatte gerade gestern bei der Arbeit wieder ein Erlebnis, dass diese Wunde in mir getriggert hat und mich immernoch beschäftigt….ich hatte sehr viel Herzblut und orivate Zeit in etwas reingesteckt und die Reaktion war genau so, wie du es beschrieben hast: aus dem Ego heraus bewertent, noch mehr fordernt und bestimmend, und ich hätte mir einfach "nur" ein " wow, das ist richtig schön geworden! Danke für deine Mühe" gewünscht.
    Ich habe mich schon so viel mit diesem Thema " nicht gesehen werden" beschäftigt und dachte auch, es gelöst zu haben, aber es kommt immer wieder hoch. ich und wünsche mir so sehnlichst meinen "Clan", ein Ankommen und Sein unter Meinesgleichen(vielleicht erinnerst du dich aus dem Spezialistenkurs☺️).
    Gäbe es etwas aus der NG, dass mir da helfen könnte?
    Danke für deine wertvolle Arbeit , liebe Grüße und ein schönes 1.Mai- Wochenende
    Andrea

    1. Liebe Andrea,

      deine Zeilen berühren mich sehr. Danke dir, dass du das so offen teilst.
      Dieses Gefühl, nicht gesehen zu werden – gerade dann, wenn so viel Herzblut drinsteckt – geht wirklich tief. Und ja, solche Situationen holen oft genau das wieder nach oben, auch wenn man sich schon viel damit beschäftigt hat. Das heißt nicht, dass du „wieder am Anfang“ bist. Es zeigt eher, wie tief dieses Thema in dir verankert ist.

      Dein Wunsch nach deinem „Clan“, nach einem Ort, an dem du wirklich gesehen wirst, ist sehr verständlich. Und ich erinnere mich gut daran.

      Aus der NeuroGraphik kann dich hier vieles unterstützen. Zum Beispiel, indem du genau diese Situation noch einmal zeichnest: dich, dein Gegenüber und das, was dazwischen passiert. Und dann nicht nur das Erlebte sichtbar machst, sondern auch das, was du dir eigentlich gewünscht hättest. Oft wird dabei sehr klar, wo sich etwas in dir neu ordnen möchte. Du könntest auch eine „Entladung“ in das zeichnen, was dazwischen ist.

      Und gleichzeitig lohnt sich auch die Frage: Was passiert genau in dir in diesem Moment, in dem du dich nicht gesehen fühlst?

      Du bist da auf einem wichtigen Weg.
      Danke dir für dein Vertrauen.

      Herzliche Grüße
      Doris

  10. Liebe Doris,

    dein Text hat mich zutiefst berührt. Super erklärt! Danke, dass du mich daran erinnerst wieviel Kraft, Potential und Möglichkeiten in meinem und in jedem menschlichen Dasein liegen und was wir damit bewirken können.

    Liebe Grüße
    Keshava

    1. Liebe Keshava,
      deine Worte berühren mich sehr, danke dir dafür.
      Es freut mich von Herzen, dass dich der Text so erreicht hat und dich an das erinnert, was in dir liegt.
      Liebe Grüße
      Doris

  11. Liebe Doris Bürgel, was für ein wundervoller Artikel!! Das geht ans Herz und ist wirklich sehr berührend. Ohne das ganze "Medienspektakel" mitverfolgt zu haben, halte ich deine Sicht und Erklärung der Zusammenhänge, die aus dieser Geschichte ablesbar werden, für besonders bereichernd und wertvoll. Danke!

    1. Liebe Julia,
      ganz herzlichen Dank für deine Worte. Es freut mich sehr, dass dich der Artikel so berührt hat und du auch ohne das Medienspektakel etwas für dich daraus mitnehmen konntest.
      Danke dir für deine Rückmeldung.
      Herzliche Grüße
      Doris

  12. Ich bin sehr berührt von diesem Artikel und kann nur weinen – hoffnungsvoll, weil er mir Mut macht. Und was für ein wunderbares Datum, um ihn zu veröffentlichen! Ein Tag, an dem das innere Feuer gesehen und gelebt werden will. Ich nehme mit, dass ich in meinem Alltag diese Haben Grenzen weit überschreiten und entschlossen für das Sein und Sehen entbrennen will.

    1. Liebe Kathrin,
      deine Worte berühren mich sehr. Danke dir dafür.
      Dass der Artikel dich auf diese Weise erreicht und dir Mut macht, freut mich von Herzen.
      Ja, dieses innere Feuer will gesehen und gelebt werden. Wie schön, dass du spürst, dafür loszugehen.
      Herzliche Grüße
      Doris

  13. Sehr geehrte Frau Dr. Doris Bürgel, oder viel verbundener;
    Liebe Doris

    Herzlichen Dank für deine klare und bereichernde Botschaft mit den vielen vernetzten Gedanken.
    Die Wal-Geschichte konnte ich nicht ganz so mitverfolgen, doch deine Worte haben mich sehr berührt und an frühere Ereignisse erinnert.
    Dabei frage ich mich, wie menschliche
    Begrenzung entsteht – und ob nicht auch Zeit- und Ressourcenmangel unsere Sicht einschränken und uns daran hindern, andere Möglichkeiten zu erkennen. Macht uns das vielleicht auch blind?
    Ich schätze deine Berichte sehr und lese sie immer wieder. Obwohl wir uns nicht kennen, ist durch deine Worte eine gewisse Nähe entstanden.
    Deshalb schreibe ich dir und wünsche dir viel Erfolg, Gesundheit und Verbundenheit. Möge deine Stimme nicht verstummen.

    In Verbundenheit Pia

    1. Liebe Pia,
      danke dir von Herzen für deine berührenden Worte und deine Gedanken. Es freut mich sehr, dass dich der Text erreicht hat und etwas in dir anklingen ließ, auch wenn du die Wal-Geschichte selbst nicht ganz so mitverfolgen konntest.
      Deine Frage nach menschlicher Begrenzung und dem Einfluss von Zeit und Ressourcen ist sehr stimmig. Ja, ich glaube auch, dass genau das unseren Blick verengen kann und wir oft erst im Innehalten wieder andere Möglichkeiten sehen.
      Es berührt mich, dass über die Texte eine Verbindung entsteht.
      Danke dir dafür.
      In Verbundenheit
      Doris

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Dr. Doris Bürgel - Du selbst, wer sonst?