Eine persönliche Erfahrung mit NervensystemarbeitIn meinem Blog-Artikel Warum Gefühle bleiben – die neurobiologische Realität hinter der 90-Sekunden-Regel  habe ich beschrieben, warum emotionale Zustände neurobiologisch gesehen nicht einfach verschwinden, wenn die erste körperliche Reaktion abklingt. Was das Gehirn danach leistet – fortlaufendes Einordnen, Prüfen, Bedeutung bilden – hält Aktivierung am Leben, solange eine Situation als ungeklärt gilt.

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Ich bin aufgewacht und wusste es. Fast ein halbes Jahr lang war es einfach da. Etwas, das ich mir vorgenommen hatte, für das ich aber gerade weder Zeit noch die nötige Motivation habe. Ich wollte es nicht fallen lassen, konnte es aber auch nicht wirklich angehen. Also lief es mit, unterschwellig, leise, als ein dauerhafter Unterton.

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In der Nervensystemarbeit wird häufig davon gesprochen, dass ein Gefühl nur etwa 90 Sekunden dauert. Danach, so die verbreitete Vorstellung, sei die körperliche Stressreaktion abgeschlossen. Wenn ein emotionaler Zustand länger anhält, müsse er mit früheren Erfahrungen zusammenhängen.Diese Idee hat einen wahren Kern. Gleichzeitig greift sie neurobiologisch zu kurz. Um zu verstehen, warum emotionale Zustände bleiben

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Es gibt einen Satz, den ich in meiner Arbeit immer wieder höre. Er klingt jedes Mal ein bisschen anders, meint aber dasselbe: „Ich weiß, dass ich das nicht mehr brauche. Ich verstehe es sogar. Aber ich kann es trotzdem nicht lassen.“ Funktionieren, obwohl man erschöpft ist. Stark sein, obwohl man Nähe braucht. Verantwortung übernehmen, obwohl niemand

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