Ich kann mir heute vertrauen. Das ist ein Satz, den ich vor vielen Jahren wahrscheinlich nicht hätte sagen können, jedenfalls nicht mit der Bedeutung, die er heute für mich hat. Dabei war ich auch früher ein Mensch, der viel geschafft hat. Ich habe studiert, promoviert, mich durch schwierige Zeiten gekämpft, Ausbildungen gemacht, Ziele verfolgt und immer weitergemacht. Von außen hätte man wahrscheinlich sogar gesagt, dass ich ausgesprochen zielstrebig war. Das war ich auch. Aber vieles davon geschah vor allem mit meinem Kopf.
Ich dachte nach, analysierte, traf Entscheidungen, setzte mir Ziele und arbeitete darauf hin. Meinen Körper nahm ich dabei kaum wahr. Und auch meine Gefühle konnte ich lange Zeit nicht wirklich mit mir und meiner eigenen Geschichte in Verbindung bringen. Heute ist das anders. Heute weiß ich, dass ich mich auf mich verlassen kann. Ich weiß, dass ich lernen kann, dass ich schwierige Situationen überstehen kann, dass ich nach Lösungen suchen werde und dass ich weitergehe, auch wenn etwas anders kommt, als ich es mir vorgestellt habe.
Das bedeutet nicht, dass ich weiß, wie alles ausgeht. Ich glaube auch nicht, dass ich immer die richtige Entscheidung treffen werde. Dafür habe ich in meinem Leben schon genügend Umwege gemacht. Mein Vertrauen in mich beruht auf etwas anderem: Ich weiß inzwischen ziemlich sicher, dass ich da sein werde. Dass ich mein Bestes geben werde mit dem, was mir in diesem Moment zur Verfügung steht. Und dass ich mich nicht mehr verlasse, wenn es schwierig wird.
Wenn die eigene Geschichte nicht zugänglich ist
Als Kind habe ich in traumatischen Situationen gelernt, mich zu verlassen. Natürlich hätte ich das damals niemals so benennen können. Vieles von dem, was geschehen ist, ist meinem Bewusstsein bis heute nicht zugänglich. Da ist eine Amnesie. Ich weiß, dass etwas zu meiner Geschichte gehört, ohne auf die entsprechenden Erinnerungen einfach zugreifen zu können.
Das Schwierige daran war für mich lange Zeit, dass die Gefühle trotzdem da waren. Sie konnten mit einer solchen Wucht auftauchen, dass sie zu dem, was gerade geschah, überhaupt nicht zu passen schienen. Ich war dann tatsächlich außer mir und wusste nicht, warum. Mir fehlte der Zusammenhang zwischen meinem gegenwärtigen Erleben und meiner eigenen Geschichte. Die Gefühle waren da, aber ich konnte sie nicht einordnen. Ich wusste nicht, was sie mit mir zu tun hatten.
An eine Situation während meines Studiums erinnere ich mich bis heute. Ich hatte gerade mein Vordiplom hinter mir. Innerhalb von ungefähr zwei Wochen hatten wir sechs oder sieben Prüfungen geschrieben. Das war anstrengend, aber mein Studium machte mir unglaublich viel Spaß und mit Prüfungen konnte ich normalerweise gut umgehen. Kurz danach gab es bei uns im Haus irgendeine Abnahme. Ein Mann kam und wollte etwas, von dem ich fand, dass es überhaupt nicht ging, und ich brach völlig zusammen.
Die Heftigkeit meiner Reaktion passte für mich überhaupt nicht zu dem, was gerade geschehen war. Solche Situationen gab es in meiner Jugend häufiger. Mein Umfeld verstand sie genauso wenig wie ich. Ich bekam dann zu hören, ich sei verrückt oder meine Reaktion sei völlig überzogen. Nur half mir das natürlich überhaupt nicht dabei zu verstehen, was tatsächlich in mir geschah. Im Gegenteil. Wenn du selbst keinen Zugang dazu hast, warum du so fühlst, und die Menschen um dich herum dein Erleben ebenfalls nicht einordnen können, wird die Verunsicherung nur noch größer. Was geschehen kann, wenn andere die eigene Wahrnehmung immer wieder infrage stellen, beschreibe ich ausführlicher in Wenn jemand deine Wirklichkeit infrage stellt.
Heute kann ich diese Erfahrungen in einen Zusammenhang stellen. Ich weiß, dass Situationen in der Gegenwart alte Ohnmacht berühren können und dass eine Reaktion deshalb viel größer sein kann als das, was von außen gerade sichtbar ist. Vor allem aber erlebe ich meine Gefühle heute als meine Gefühle. Sie gehören zu mir. Ich kann traurig sein, wütend werden, weinen oder mich überfordert fühlen, aber ich weiß, was da mit mir geschieht. Körper, Gefühle und Verstand sind nicht mehr voneinander getrennte Welten.
Ich habe gelernt, mich wieder wahrzunehmen
Das ist nicht irgendwann plötzlich passiert. Es war ein langer Prozess, in dem ich mich immer wieder mit mir auseinandergesetzt und vor allem gelernt habe wahrzunehmen. Meinen Körper zu spüren. Gefühle nicht nur zu haben, sondern bei ihnen zu bleiben. Zu merken, wie sich etwas in mir anfühlt und was geschieht, wenn ich meine Aufmerksamkeit darauf richte.
Dazu haben ganz unterschiedliche Erfahrungen beigetragen. Die NeuroGraphik gehört für mich dazu, weil ich beim Zeichnen immer wieder in die Körperwahrnehmung gehe. Auch andere Methoden und Ausbildungen haben meine Wahrnehmung verändert. Eine Zeit lang habe ich über ein Jahr hinweg jede Woche mit einer anderen Frau gearbeitet. Eine von uns hielt den Raum und die andere spürte. Dieses konsequente Wahrnehmen hat meine Fähigkeit, mich selbst zu spüren, enorm verändert. Warum der Zugang zur eigenen Wahrnehmung manchmal erst wieder geübt werden will, beschreibe ich in Wenn du andere besser kennst als dich selbst.
Interessanterweise würde ich heute manche der Ausbildungen, die ich auf diesem Weg gemacht habe, nicht noch einmal machen. Manche Methode passt überhaupt nicht zu mir. Manche Ausbildung hat mir längst nicht das gebracht, was ich mir von ihr versprochen hatte, und manches war rückblickend schlicht ein Flop. Trotzdem empfinde ich diese Wege nicht als umsonst. Ich habe etwas erfahren, etwas ausprobiert, etwas über mich gelernt. Manchmal bestand die wichtigste Erkenntnis darin, sehr klar zu wissen: Das hier ist nicht meines.
Vielleicht gehört genau das zu meinem heutigen Selbstvertrauen. Ich muss nicht mehr beweisen, dass jede Entscheidung, die ich getroffen habe, richtig war. Ich darf einen Weg gehen und später feststellen, dass ich ihn nicht weitergehen möchte. Ich darf mich irren. Ich darf etwas ausprobieren und wieder lassen. Eine Entscheidung muss nicht zu dem Ergebnis führen, das ich mir vorgestellt habe, damit ich aus ihr etwas mitnehmen kann.
Selbstvertrauen bedeutet für mich nicht, dass alles gut wird
In der Psychologie gibt es dafür einen Begriff, der meinem heutigen Verständnis von Selbstvertrauen ziemlich nahekommt: Selbstwirksamkeit. Albert Bandura beschreibt damit die Überzeugung, aufgrund der eigenen Fähigkeiten mit Anforderungen umgehen und durch das eigene Handeln etwas bewirken zu können. Gerade nach sehr belastenden oder traumatischen Erfahrungen spielt die sogenannte Coping Self-Efficacy eine wichtige Rolle, also das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit dem umgehen zu können, was einem begegnet. Benight und Bandura haben diesen Zusammenhang anhand unterschiedlicher traumatischer Erfahrungen beschrieben.
Das ist etwas anderes als die Überzeugung, dass alles gut wird. Genau das kann ich mir nicht versprechen. Ich weiß nicht, was das Leben noch mit sich bringen wird. Ich weiß nicht, ob ein Vorhaben gelingt, ob eine Beziehung hält, ob ich gesund bleibe oder ob eine Entscheidung sich im Nachhinein als klug erweist. Aber ich habe inzwischen sehr viele Erfahrungen mit mir selbst gemacht. Und aus diesen Erfahrungen weiß ich, dass ich lernen kann, dass ich Lösungen finde, dass ich mich verändern kann und dass ich nicht aufgebe.
Dazu gehört für mich auch, jeden Tag mein Bestes zu geben. Das klingt vielleicht zunächst nach einem hohen Anspruch, aber für mich bedeutet es etwas anderes. Mein Bestes ist das Beste, was mir heute zur Verfügung steht. Ich bin da und bringe mich ein. Ich sage nicht einfach: Das wird schon irgendwie reichen. Ich gebe das, was ich geben kann, und genau das muss dann auch reichen. Wenn dabei ein Fehler passiert, ist ein Fehler passiert. Ich habe trotzdem mein Bestes gegeben.
Und dann gibt es da noch meine Intuition
Zu diesem Vertrauen in mich gehört inzwischen etwas, das früher viel weniger Raum in meinem Leben hatte: meine Intuition. Manchmal nehme ich sie körperlich wahr und spüre sehr deutlich, dass etwas für mich stimmig ist. Manchmal ist es aber auch ganz anders. Dann ist etwas plötzlich da. Ein Gedanke, ein Wissen, eine Erinnerung genau im richtigen Moment. Kurz bevor ich etwas vergessen würde, fällt es mir ein. Manchmal weiß ich etwas und könnte überhaupt nicht erklären, woher ich es weiß.
Ich erinnere mich an meine Heilpraktikerprüfung im Jahr 2005. Bevor ich hineinging, wusste ich einfach, dass ich diese Prüfung bestehen würde. Die Prüfung selbst empfand ich dann als katastrophal. Mir wurden so viele Fragen gestellt, auf die ich die Antworten irgendwie zusammenstammelte. Als ich anschließend draußen saß und auf das Ergebnis wartete, dachte ich nur: Was war denn das jetzt? Ich wusste doch vorher, dass ich diese Prüfung bestehe. Wie soll das nach dieser Prüfung noch funktionieren?
Dann wurde ich wieder hereingerufen. Die Ärztin, die mich geprüft hatte, setzte sich sehr für mich ein und argumentierte, dass ich letztlich doch alles gewusst hätte. Vielleicht nicht immer auf Anhieb, aber im Verlauf des Gesprächs. Und ich bestand diese Prüfung tatsächlich.
Ich erzähle diese Geschichte nicht als Beweis dafür, dass Intuition die Zukunft vorhersagen kann. Ich erzähle sie, weil ich dieses unmittelbare Wissen kenne. Die psychologische Forschung nimmt intuitive Entscheidungen durchaus ernst. Daniel Kahneman und Gary Klein, die aus unterschiedlichen Forschungstraditionen kommen, sind gemeinsam der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen intuitive Urteile verlässlich sein können. Ein wichtiger Faktor ist Erfahrung: Wenn es in einem Bereich wiederkehrende, lernbare Regelmäßigkeiten gibt und ein Mensch lange genug Gelegenheit hatte, Erfahrungen damit zu sammeln, kann daraus sehr schnelles intuitives Wissen entstehen. Gleichzeitig weisen beide darauf hin, dass das subjektive Gefühl von Gewissheit allein noch nicht bedeutet, dass ein intuitives Urteil richtig ist.
Auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers kann bei intuitiven Entscheidungen eine Rolle spielen. Dunn und Kollegen (2010) konnten zeigen, dass die Fähigkeit, den eigenen Herzschlag wahrzunehmen, mit intuitiven Entscheidungsprozessen zusammenhängt. Interessanterweise machte eine bessere Körperwahrnehmung die Entscheidungen aber nicht automatisch richtiger. Entscheidend war auch, ob die körperlichen Signale in der jeweiligen Situation tatsächlich hilfreiche Hinweise gaben. Für mich ist das ein wichtiger Unterschied: Meinen Körper wahrzunehmen bedeutet nicht, dass jede Empfindung automatisch die richtige Antwort enthält. Aber mein Körper ist heute eine Informationsquelle, die früher für mich kaum zugänglich war.
Für mich muss daraus gar keine Entscheidung zwischen Intuition und Verstand werden. Vielleicht ist gerade das ein Teil dessen, was sich verändert hat. Früher lebte ich sehr stark aus meinem Verstand heraus. Heute ist mein Verstand immer noch da, aber er ist nicht mehr allein. Mein Körper ist da. Meine Gefühle sind da. Meine Erfahrungen sind da. Und auch diese intuitive Ebene darf da sein. Ich nehme all das mit, wenn ich entscheide.
Als plötzlich alles schiefzugehen schien
Wie sehr sich mein Verhältnis zu mir verändert hat, habe ich in diesem Sommer noch einmal erlebt. Wir waren im Urlaub und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ständig irgendetwas Neues passierte, auf das ich wirklich gut hätte verzichten können. Bei fast 40 Grad gingen meine Sandalen kaputt und ich lief die nächsten zehn Tage in meinen Outdoor-Barfußschuhen herum, die bei diesen Temperaturen nun wirklich nicht meine erste Wahl waren. Meine Handtasche löste sich auf, obwohl ich Reisepässe, Handy, Geld und all die Dinge, die ich unterwegs brauchte, irgendwie bei mir tragen musste. Mein Seidenschlafsack zerlegte sich komplett, obwohl ich ihn bei dieser Hitze dringend brauchte. Ich verletzte mich am Finger, es blutete stark und pochte tagelang. Später kam unser gesamtes Gepäck nicht mit. Und dann ging auch noch etwas verloren, das meinem Sohn sehr wichtig war und uns als Familie sehr belastete.
Natürlich kann man jede einzelne dieser Situationen irgendwie lösen. Meine beiden Männer fanden manches davon auch wesentlich weniger schlimm als ich. Mich hat diese Häufung dagegen sehr getroffen. Ich habe geweint, war entsetzt und habe mich gefragt, warum ständig noch etwas dazukommen muss. Und ich wusste gleichzeitig, was da gerade in mir passiert. Ohnmacht ist ein großes Thema meiner Geschichte. Wenn eine Sache nach der anderen geschieht, die ich nicht kontrollieren kann und bei der ich improvisieren muss, wird diese alte Ohnmacht berührt.
Der entscheidende Unterschied zu früher besteht für mich deshalb gar nicht darin, dass ich heute weniger fühle. Vielleicht fühle ich sogar mehr, weil ich meinen Körper und meine Gefühle viel deutlicher wahrnehme. Der Unterschied ist, dass ich mich darin nicht mehr verliere. Meine Sandalen waren kaputt und ich arrangierte mich eben mit meinen Barfußschuhen. Meine Tasche war kaputt und ich improvisierte irgendwie mit dem, was ich hatte. Der Seidenschlafsack war hinüber und ich nahm nachts mein Handtuch. Meinen Finger versorgte ich selbst. Um das Gepäck kümmerten wir uns. Ich war traurig, wütend, überfordert und zwischendurch verzweifelt. Und gleichzeitig war ich mit beiden Beinen auf dem Boden.
Vielleicht ist das für mich heute Bodenhaftung. Es bedeutet nicht, dass mich nichts mehr umwerfen darf. Es bedeutet, dass mich etwas umwerfen kann, ohne dass ich mich dabei selbst verliere. Wie ich heute mit Situationen umgehe, in denen die Antwort noch fehlt, habe ich in Unsicherheit aushalten: Warum wir so schnell eine Antwort brauchen beschrieben.
Was ich aus dem mache, was mir begegnet
In diesem Urlaub habe ich irgendwann sehr deutlich gespürt: Ich kann diese Situationen auch für meine Heilung nutzen. Die Ohnmacht war da. Sie wurde berührt. Aber ich war ihr nicht mehr auf dieselbe Weise ausgeliefert wie früher. Ich konnte sie fühlen, verstehen und gleichzeitig handeln. Vielleicht lag genau darin eine neue Erfahrung: Ich konnte etwas erleben, das alte Ohnmacht in mir berührt, ohne wieder zu dem Kind zu werden, das ihr ausgeliefert war. Warum alte Erfahrungen wieder sehr lebendig werden können und trotzdem heute etwas anderes möglich ist, beschreibe ich in Freiheit oder Flucht? Was das Nervensystem wirklich braucht.
Nach dem Urlaub, als ich all das noch einmal Revue passieren ließ, wurde mir immer deutlicher bewusst, wie stark ich in diesen Situationen gewesen war. Ich hatte mich nicht nur irgendwie durch all das hindurchgebracht. Ich hatte improvisiert, Lösungen gefunden, weitergemacht und war dabei mit mir verbunden geblieben. Und je deutlicher ich diese Stärke in mir wahrnahm, desto klarer wurde mir auch: Jetzt ist der Zeitpunkt für einen nächsten Schritt gekommen. Ich wollte auch in meinem Business weitergehen. Ich meldete mich zu einem englischsprachigen Programm an und begann, Entscheidungen zu treffen, vor denen ich vorher noch zurückgeschreckt war.
Ich möchte daraus keine Geschichte machen, in der meine kaputten Sandalen, mein verletzter Finger oder unser verschwundenes Gepäck passieren mussten, damit ich mich weiterentwickeln konnte. Im letzten Artikel über Vertrauen habe ich schon darüber geschrieben, wie schwer ich mich mit dem Satz „Alles geschieht für dich“ tue. Ich weiß nicht, ob die Dinge für mich geschehen. Aber ich kann entscheiden, was ich mit dem mache, was mir begegnet.
Heute bin ich mit mir verbunden
Früher war ich unglaublich viel im Kopf. Ich konnte mit Zielstrebigkeit und Verstandeslogik sehr weit kommen. Ich habe damit sogar promoviert und vieles in meinem Leben erreicht. Aber meinen Körper nahm ich dabei kaum wahr.
Heute fühlt sich das anders an. Ich fühle mich in meinem Körper zu Hause. Meine Gefühle haben einen Zusammenhang. Wenn ich traurig bin, darf ich traurig sein. Wenn ich wütend bin, darf ich wütend sein. Wenn etwas alte Ohnmacht berührt, kann ich das wahrnehmen und verstehen. Mein Körper, meine Gefühle und mein Verstand gehören für mich zusammen. Ich erlebe mich nicht mehr nur als den Kopf, der irgendwie versucht, das Leben zu bewältigen.
Und vielleicht ist das die tiefste Veränderung in meinem Selbstvertrauen. Ich vertraue mir nicht, weil ich inzwischen glaube, dass ich immer richtigliege. Ich vertraue mir auch nicht, weil meine Intuition unfehlbar wäre oder weil ich keine schlechten Entscheidungen mehr treffen werde. Ich vertraue mir, weil ich heute mit mir verbunden bin.
Ich weiß, dass ich lernen kann und weitergehen werde. Ich weiß, dass ich Lösungen suchen werde, wenn etwas schwierig wird. Ich weiß, dass ich mein Bestes geben werde. Ich kann meinen Körper wahrnehmen, meine Gefühle ernst nehmen, meinen Verstand benutzen und meiner Intuition zuhören. Und wenn ich irgendwann feststelle, dass ich falsch abgebogen bin, kann ich auch wieder eine andere Richtung einschlagen.
Im letzten Artikel über Vertrauen habe ich mich gefragt, wie ich dem Leben vertrauen kann, wenn es mir so viele Gründe gegeben hat, genau das nicht zu tun. Vielleicht liegt ein Teil der Antwort inzwischen hier. Ich weiß noch immer nicht, was mir das Leben bringt. Ich weiß nicht, was morgen kommt und ich habe keine Garantie dafür, dass alles gut wird.
Aber ich weiß heute, dass ich mich auf mich verlassen kann.
Vielleicht ist das für mich die verlässlichste Form von Vertrauen, die ich kenne.
Du selbst, wer sonst?
Literatur:
Benight, C. C., & Bandura, A. (2004). Social cognitive theory of posttraumatic recovery: The role of perceived self-efficacy. Behaviour Research and Therapy, 42(10), 1129–1148.
Dunn, B. D., Galton, H. C., Morgan, R., Evans, D., Oliver, C., Meyer, M., Cusack, R., Lawrence, A. D., & Dalgleish, T. (2010). Listening to your heart: How interoception shapes emotion experience and intuitive decision making. Psychological Science, 21(12), 1835–1844.
Kahneman, D., & Klein, G. (2009). Conditions for intuitive expertise: A failure to disagree. American Psychologist, 64(6), 515–526.

Einfach von Herzen Danke, für die sooo wertvollen Texte, die ich jede Woche von dir lesen darf. Ich bin immer und immer wieder tief berührt.
Vielen lieben Dank für diese wunderschöne Rückmeldung. ❤️
Es berührt mich sehr zu lesen, dass meine Texte dich immer wieder erreichen und etwas in dir bewegen. Genau dafür schreibe ich sie.
Von Herzen danke, dass du mich das wissen lässt.